Eine der wichtigsten Entwicklungen im IT-Bereich ist das sogenannte Cloud-Computing, d.h. die Verlagerung von IT-Infrastrukturen ins Netz (in die Cloud oder Wolke). Vielleicht hatte Microsoft die Befürchtung, dass der Begriff eher negative Assoziationen weckt und wählte gerade deshalb Azure als Namen für seine Cloud-Computing Ambitionen.
So möchte nun auch Konzern aus Redmond Rechenleistung und Speicherplatz über das Internet anbieten und gab aus diesem Anlaß gestern in Los Angeles den Startschuß für die neue Plattform. Zunächst können Nutzer Azure kostenlos testen, erst Anfang 2010 bittet Microsoft zur Kasse. Bereits vor dem offiziellen Launch hätten über 10.000 Partner Azure bereits getestet, so Microsoft Manager Jamin Spitzer. 50 Partner würden gar die Plattform schon für ihre Lösungen nutzen.
Quelle: FAZ
Microsoft ist, wie so oft, etwas später als die Konkurrenz auf den Zug aufge-sprungen (was in der Vergangenheit nicht immer ein Nachteil war). So bieten Unternehmen wie SalesForce, Google oder Amazon schon seit einiger Zeit Anwendungen und Dienste aus dem Web an und haben ihre Strategie entsprechend ausgerichtet. Google bastelt mit Chrome OS gar an einem Betriebssystem, welches “in der Wolke” funktioniert und erweist sich damit wieder einmal als größter Konkurrent von Microsoft.
Die Strategiewechsel hin zum Cloud-Computing kommen nicht von irgendwo. So haben die Analysten von Gartner es erst vor kurzem zum wichtigsten Technologie-Trend des kommenden Jahres herauf gestuft. In 2009 ist der Markt der Cloud Services um mehr als 20% auf über 56 Milliarden Dollar Umsatz gestiegen. Für 2013 prognostiziert Gartner einen Gesamtumsatz von 150 Milliarden US-Dollar.
Auf dem deutschen Markt ist das Interesse an der Nutzung von Cloud Computing bisher noch gering. Erst ein Viertel der deutschen Unternehmen beschäftigt sich mit dem Thema, laut einer IDC-Umfrage. Größtes Interesse besteht dabei an Geschäftsanwendungen (42%), Serverkapazitäten (37%) sowie E-Mailing-Tools (30%). Die Investitionsbereitschaft ist dabei überwiegend noch moderat, was möglicherweise an der als verwirrend empfundenen Kommunikationspolitik der Anbieter liegt (43% der Befragten urteilen so). Die Unternehmen, die sich bewusst gegen den Einsatz von Cloud Computing entschieden haben, begründen dies vor allem mit fehlender Praxistauglichkeit (89%) und problematischer Integration in bestehende Systeme (85%).
Wie bei vielen innovativen Technologien und Trends, so muss auch beim Cloud Computing noch an der Marktreife vieler Produkte gearbeitet werden. Um den Markt richtig in Schwung zu bringen, bedarf es in erster Linie überzeugender Referenzprojekte und einer entsprechend umfassenden Informations- und Kommunikationsstrategie der Anbieter. Erst dann verlieren die Kunden die Vorbehalte gegenüber der neuen Technologie.
Nicht umsonst befindet sich das Cloud Computing in Gartners diesjährigem Hype Cycle auf dem Gipfel der überzogenen Erwartungen.
Quelle: Gartner








Kommentar von Simon — 19. November 2009 @ 16:53
mir fehlen die Games bei Gartner im HypeCycle…