Die unendliche Suche nach neuen Entertainmentideen erlebte in den letzten Jahren immer wieder kleine Revolutionen. Vor einigen Jahren wurde das “unscharfe” Bild gegen eine überwiegend brillante Bildqualität ersetzt, das iPhone und Sonys PSP machten mobiles Videowatching erst richtig populär, TV-Geräte werden immer schlanker und die Blu-ray Disk ersetzte mit einem über 5-fach höherem Speichervermögen die DVD. Der Entertainmentbegriff für das Jahr 2010 wird 3D-Film sein.
Mein Beweis: 2009 war ein Rekordjahr für die deutschen Kinobetreiber. Sie erreichten ein Umsatzplus von 25%. Besonders gefragt waren 3D-Filme mit 3D-Brille, die zahlreiche Besucher lockten und zum Gesamtumsatz von 965 Millionen Euro beitrugen. Gerade für die zweite Jahreshälfte 2009 sieht die Kinobranche rückblickend einen “regelrechten 3D-Digital-Boom”. Neben dem Film Ice Age 3 war hier Avatar – Aufbruch nach Pandora bereits nach kurzer Spielzeit sehr gefragt: Laut Angaben des Filmstudios Twentieth Century Fox lösten von 3,9 Millionen Besuchern über 2,5 Millionen 3D-Tickets. Damit ist James Camerons Avatar der Film, für den in Deutschland bislang die meisten 3D-Karten verkauft wurden und liegt auf Platz fünf der besucherstärksten Filme 2009. Zum Ende der Top Ten findet sich noch die 3D-Produktion Oben mit 2,9 Millionen Besuchern auf Rang 9. “Wir beobachten einen wachsenden Trend im Bereich 3D-Digital”, so Andreas Kramer, Geschäftsführer des HDF Kino, einer der Interessensvertreter der Filmtheaterbetriebe in Deutschland.
Zur Technik im Privathaushalt:
Hier soll aus 2D das 3D-Erlebnis werden. Toshiba und Samsung wollen die normalen Filme beziehungsweise TV-Programme umrechnen und in 3D wiedergeben. Das Gerät von Toshiba trägt den Namen Cell TV und hat einen besonders leistungsstarken Rechenchip eingebaut. Samsung stellt auf der CES neue TV-Geräte der 7000-, 8000- und 9000-Reihe vor, die ebenfalls über einen 3D-Prozessor verfügen. Solchermaßen auf 3D-getrimmtes Programm soll einen Vorgeschmack auf „richtige“ 3D-Filme bieten, in der Darstellung aber nicht fehlerfrei sein: So rücken Bilddetails, die eigentlich zum Vordergrund gehören, auch schon mal in den hinteren Teil des Bildes.
3D-Techniken im Vergleich
Die Shutterbrille: Die volle Bildauslösung bleibt erhalten, doch die Bildwiederholrate halbiert sich mit der Shutterbrille. Der Flachbildfernseher braucht eine möglichst hohe Bildwiederholrate, beispielsweise 200 Hertz. Die Brille synchronisiert das Bild derart, dass jeweils 100 Bilder pro Sekunde abwechselnd beim linken und beim rechten Auge ankommen. Bei einer niedrigen Bildfrequenz würde die Darstellung für den Zuschauer flimmern.
Die Polarisationsbrille: Ein weiteres Verfahren arbeitet mit Polarisationsbrillen. Der 3D-Effekt sieht hierbei schon beeindruckend aus; allerdings halbiert die Technik die Bildauflösung in der Vertikalen. Nach dem sogenannten Interlaced-Verfahren werden alle ungeraden Zeilen eines Bildes in die eine Richtung polarisiert, alle geraden Zeilen in die andere. Hatte ein Bild ursprünglich eine HDTV-Auflösung mit 1920×1080 Bildpunkten, bleiben bei diesem 3D-Verfahren nur 1920×540 Bildpunkte übrig.
Keine Brille: Das Prinzip beruht auf Prismen, die Lichtstrahlen so lenken können, dass die Augen zwei zeitgleich auf einem Fernseher laufende Bildstränge separat wahrnehmen. Das funktioniert für den Zuschauer aber nicht aus jeder Entfernung und von jeder Position vor dem Fernseher, sodass immer wieder Doppelkonturen auftreten, wenn man sich bewegt.
Der ersten TV-Geräte für die Privathaushalte stehen bereits im Handel. Ich persönlich werde noch 1-2 Jahre warten bis die Technik ausgereift und finanzierbar ist, denn jeder weiß, Innovationen sind im Regelfall etwas Großartiges, haben zu Beginn aber auch die höchsten Preise.
Vergleich: Golem, Computerbild








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Pingback von 3D Brille » Blog Archive » 3d Filme — 29. Januar 2010 @ 15:47
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