Die Schlacht ums Wohnzimmer

Veröffentlicht am 1. Februar, 2010 unter Consumer Electronics, Newsletter, Trends & Entwicklungen.
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Scharte sich früher die gesamte Familie noch gemeinsam um das elektronische Lagerfeuer im Wohnzimmer, um sich still berieseln zu lassen, so ist der ehemals „graue“ Kasten heute einem interaktivem Unterhaltungs- und Kommunikationsmedium gewichen. Der Kampf um das Internet auf dem TV-Gerät hat begonnen.

Die CES in Las Vegas hat es gezeigt: Die Verbindung zwischen dem Fernseher und dem Internet ist neben den Tablet-Computern und den 3D TV-Geräten zum zentralen Thema der Gerätehersteller und den Content Anbietern geworden.

Um jedoch das Internet adäquat auf den Bildschirm zu bekommen müssen drei Voraussetzungen gegeben sein:

  1. Spezielle Hardware, die den Zugang zum Internet erst ermöglicht;
  2. Software, die den Content aus dem Netz aufbereitet und zugänglich macht und
  3. Einen Service, der den Content für die neuen Hardware- und Softwareplatt-formen bereitstellt

Die Hardware macht’s!

Als erstes sollen nun die verschiedenen Hardware-Möglichkeiten vorgestellt werden: Die Integration des Internets direkt in das TV-Gerät ist wohl die simpelste Möglichkeit. Ob Sony, Philips, Samsung, Vizio oder Panasonic, sie alle stellen Geräte mit Web-Anschluss, z.T. sogar via WLan, bereits zur Verfügung, jedoch mit eigen entwickelten Normen. Somit kann der Käufer wohl in naher Zukunft erst einmal nicht damit rechnen, seine bevorzugte Anwendung bzw. Web-Diensten auf seinem neuen Fernseher vorzufinden.

Alte, noch nicht internetfähige TV-Geräte lassen sich schnell via Spielekonsole (Wii, Xbox 360 und PS3) oder Receiver, DVRs oder Blu-Ray Player aufrüsten. Bei einer Verbreitung von 134,7 Mio. Konsolen weltweit bzw. 6 Mio. Konsolen in Deutschland scheint dies z.Z. die einfachste Möglichkeit. Somit eröffnen sich direkt für Fremdanbieter von Services und Contentanbieter die Chance ihren Service bzw. ihre Inhalte auf die Geräte zu integrieren. Oder man bedient sich einem Digitalen Videorecorder (DVR), einem Sat-Receiver oder einem Blu-Ray Player, die den Trend auch nicht verpassen wollen. Sie alle beginnen bereits langsam das Internet und Zusatzservices mit in ihr Angebot aufzunehmen.

Eine weitere Opportunity bieten die Mediacenter-Boxen, wie die Boxee Box von D-Link, die Roku Box, die Vudu Box und das Appel TV – ja, das gibt es auch noch! J Alle vier Boxen haben eins gemeinsam: Sie verbinden Internet und Videoservices auf dem Bildschirm, verbinden externe Festplatten und Speichermedien mit dem TV Gerät und koppeln den Fernseher mit dem PC – und nicht zu vergessen, ein aufpoliertes Interface und ein stark aufpoliertes Hardwaredesign. Während Roku und Boxee sich rein auf die Technik spezialisieren – sie überlassen den Inhalt z.B. Netflix oder MLB -, bieten Vudu und Apple sogar noch den passenden Content dazu an.

Für einen kleinen Aufpreis kann man sich aber auch direkt einen Mediacenter PC mit Fernbedienung und ohne Lüfter, wie z.B. der Mac Mini, kaufen und ihn ins Wohnzimmer stellen. Und wer dann auch noch den passenden Flachbildschirm oder LCD hat, der kann das Ganze dann auch noch auf der Rückseite montieren. Soll aber nicht heißen: Aus den Augen aus dem Sinn! ;-)

Zu guter Letzt haben sich auch noch die Hersteller der Externen Festplatten und der Router in den Wettbewerb mit eingebunden. Sie versuchen ihre Produkte durch die Möglichkeit zur Medienwiedergabe aufzupeppen. Entstehen sollen somit Router mit Medienserver und Festplatten mit Videoplayern und eingebauten Mediatheken, die natürlich auch direkt an das TV-Gerät angebunden werden können. Beispiele sind: AVM, Netgear, Wester Digital, LaCie etc.

Wer die Wahl hat, hat die Qual!

Jede Hardware hat so seine Vor- und Nachteile und es liegt in den Präferenzen eines jeden Einzelnen für welches Gerät er sich entscheidet, doch eines haben sie gemein: Das Problem der wachsende Komplexität muss beachtet werden, die Heimverkabelung (die Entfernung zwischen Internetanschluss und Fernseher) sollte berücksichtigt werden und eine Kompaktlösung sollte als Hauptaugenmerk gelten, denn die HDMI Eingänge sind doch recht reglementiert!

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind aller Wahrscheinlichkeit nach die Spiele-konsolen die Matchwinner. Sie haben die größte Marktdurchdringung und bringen die Features bereits mit. Auf längere Sicht hinaus kann aber gerade ihre Kompaktheit ihnen zum Verhängnis werden, wenn die Hersteller nicht schnell genug die Plattform für Drittanbieter weit öffnen.

Mediacenter Boxen könnten den Konsolen dann wahrscheinlich den Platzt streitig machen, da sie sowohl eine offene Architektur bieten, als auch kosten günstig dastehen. Doch die Zukunft wird wahrscheinlich den TV- und Router-Herstellern gehören, denn sie umgehen u.a. das Problem der Komplexität an Geräten rund herum um das TV-Gerät. Es reicht schließlich völlig aus einen Router zu haben und das schöne alte Fernsehen…

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