Warren Edward Buffett, allseits bekannter US-Investor, baute Anfang Februar seine Beteiligung an der Münchener Rück weiter aus. Wie der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück mitteilte, hat Buffett die Schwelle von fünf Prozent der Stimmrechte knapp überschritten. Damit ist er zum größten Aktionär der Münchener Rück aufgestiegen und überholt den US-Vermögensverwalter Blackrock, dem 4,6 Prozent der Stimmen gehören. Die Anteile von Buffetts Investmentfirma streuen sich von Gillette über die Washington Post und American Express bis zu Walt Disney und McDonalds.
Buffett kauft in München zu einem Zeitpunkt zu, an dem die Rückversicherer ihre großen Erwartungen an eine Marktwende erst einmal begraben müssen. Nach dem Terrorüberfall vom 11. September 2001 waren die Preise für Rückversicherungen kräftig gestiegen. Seit etwa vier Jahren fallen sie, wenngleich die meisten Rückversicherer immer noch ordentlich verdienen.
Früheren Angaben zufolge hält der zweitreichste Mann der Welt zudem noch Optionen für knapp zwei Prozent bei der Münchener Rück. Am 11. März entscheidet sich, ob Buffett diese einlöst. Damit hätte er rund sieben Prozent der Aktien an der Münchener Rück. Ein solches Paket ist an der Börse rund 1,5 Mrd. Euro wert. Die Aktie des Unternehmens kletterte um 0,6 Prozent auf 108,60 Euro – und schnitt besser ab als der Gesamtmarkt.
Für das Management unter Nikolaus von Bomhard ist Buffetts Schritt eine gute Nachricht. Der 79-jährige Amerikaner ist bekannt dafür, meist mit Erfolg dann Aktien von Unternehmen zu kaufen, wenn er sie für unterbewertet hält. Das könnte dem Kurs der Munich-Re-Aktie guttun, der in den vergangenen Monaten deutlich schlechter verlief als der Dax und der Index europäischer Versicherer. Außerdem kennt Buffett sich mit Rückversicherung gut aus – auch das adelt die Investition. Seine Berkshire-Holding kontrolliert den großen US-Rückversicherer Gen Re, dem in Deutschland die Kölnische Rück gehört.
Zu Buffetts Imperium gehört die börsennotierte Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway mit weniger als 40 Mitarbeitern. Sie kontrolliert rund 80 Firmen, darunter Versorger, Restaurantketten, Textilunternehmen und Großhandelskonzerne. In der Assekuranz ist der 79-Jährige aus dem US-Bundesstaat Nebraska ebenfalls kein Unbekannter.
Buffetts Biographie und Erfolge:
Warren Edward Buffett wurde am 30. August 1930 in Omaha (Nebraska, USA) als Sohn eines Brokers geboren. Bereits in der Schul- und Studienzeit begann er in Aktien zu investieren und sich mehrere Beteiligungen aufzubauen.
Buffet erwarb 1951 an der Columbia University in New York den Master in economics.Hier war einer seiner Lehrer der “Vater der Fundamentalanalyse”, Benjamin Graham. Im Anschluss wurde er von 1954 bis 1956 für Benjamin Grahams Investmentfirma an der New Yorker Wallstreet tätig.
Am 1. Mai 1956 gründete er mit der “Buffett Partnership” in Omaha seine erste Kommanditgesellschaft.
Buffett erzielte von 1956 bis 1969 ein durchschnittliches jährliches Anlageergebnis von 29,5 %. Indes kaufte er 1965 die Berkshire Hathaway Inc. auf, die er in den folgenden Jahren zur Investmentfirma umwandelte. Das Geschäftsprinzip Buffetts beruht auf einer spezifischen Methode des Aufkaufs von Beteiligungen, die er der Investmentphilosophie seines Studienmentors Benjamin Graham entlehnte.
Dabei konzentriert er sich auf noch unterbewertete Aktien, die er so lange hält, bis sich ihr eigentlicher “innerer Wert” (”intrinsic value”) in Kurssteigerungen bemerkbar macht. Diese als “Buffettologie” bezeichnete Methode der Aktienspekulation hängt somit von einer fundierten Einschätzung des Wertpotentials der Aktien ab, die aus der Kenntnis des zugehörigen Unternehmens und seiner Strategie resultiert.
1998 hielt er selbst 42% der Anteile seines Unternehmens. In den 1990er Jahren setzte Buffett, entgegen aller Prognosen, auf den Getränkeproduzenten Coca Cola, dessen Marktexpansion in Osteuropa und Asien seinen ausgebauten Beteiligungen großen Gewinn brachte.
Im Jahr 1991 spielte der Finanzmanager bei der Sanierung der New Yorker Investmentbank Salomon Brothers Inc. eine maßgebliche Rolle, indem er dem Bankhaus durch seine Interims-Präsidentschaft wieder zu Ansehen verhalf.
1997/98 überraschte Buffett durch die Investition in Silber, durch die er 20% des globalen Angebots des Edelmetalls aufkaufte. Der anschließende Anstieg des Silberpreises krönte auch diese Spekulation mit Erfolg.
Mitte 1998 übernahm Buffetts Investmentunternehmen die General Re Corporation, den größten Rückversicherer der USA, der auch mit der Kölner Rückversicherung AG und damit mit dem europäischen Markt verflochten ist. Das Vermögen des Finanzspekulanten wurde für 1998 auf über 30 Milliarden US$ geschätzt. Damit rief Buffett eine nach ihm benannte Stiftung ins Leben, die sich für Geburtenkontrolle und die Abschaffung von Atomwaffen stark macht.
Bei Swiss Re hat sich Buffett auch als Nothelfer engagiert – nicht ganz uneigennützig: Anfang 2009 brauchten die Schweizer dringend 3 Mrd. Franken, weil sie sich mit der Absicherung ausfallgefährdeter Papiere verspekuliert hatten und eine Ratingherabstufung drohte – für einen Rückversicherer eine Katastrophe. Hier hält er drei Prozent und könnte über eine Wandelanleihe auf rund ein Viertel der Anteile aufstocken. Buffett half, lässt sich aber die Summe mit satten zwölf Prozent verzinsen. Er kann die Papiere, sofern Swiss Re sie nicht zuvor zu 120 Prozent des Nennwerts zurückkauft, 2012 in Aktien umwandeln. Dann hielte er rund 25 Prozent des Rückversicherers.
Vergleich: Financial Times Deutschland, Whoswho, Tagesspiegel








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