Ericsson Application Store

Veröffentlicht am 22. Februar, 2010 unter Applikationen, Communication, Information, Newsletter, Technology, Telekommunikation, Trends & Entwicklungen.
Tags: , , , , ,

Wie schon Mitte letzten Jahres angekündigt hat Ericsson pünktlich zum diesjährigen Mobile World Congress (MWC) in Barcelona seinen Application Store präsentiert und eröffnet. Der Ericsson eStore ist nicht einfach ein weiterer Application Store in einer Reihe von Plattformen, die seit 2008 gegründet wurden. Der eStore richtet sich nämlich nicht direkt an die Endkunden, sondern ist vielmehr für die Telekommunikationsunternehmen gedacht.

Diese können sich mit der Infrastruktur des eStore einen eigenen Application Store nach eigenen Bedürfnissen zusammenstellen. Der eStore wird vollkommen offen sein und damit verschiedene Betriebssysteme und Geräteklassen unterstützen. Die Abrechnung erfolgt über die Telefonrechnung des jeweiligen Providers. Einen gewissen Teil der Einnahmen wird Ericsson selbst einbehalten. Mit dem Start des eStore’s stehen gleich zu Beginn 30.000 Anwendungen zur Verfügung.

Jan Wareby, Senior Vice President und Head of Business der Abteilung Multimedia sagte hierzu auf der MWC: “Our eStore makes it possible for the user to access a wide collection of applications from any mobile phone of choice. At the same time, it also provides an opportunity for operators to increase their revenue,”

Gleichzeitig wurde auf der MWC von Sony Ericsson, LG, Samsung und 24 großen Telko’s (u.a. sind auch Schwergewichte wie die Deutsche Telekom, AT&T, Orange, Vodafone, Telefonica oder China Mobile dabei)  verkündet, dass diese eine App-Allianz zur “Wholesale Applications Community” geschlossen haben. Die vereinten Netzbetreiber betreuen zusammen mehr als 3 Milliarden Kunden auf der ganzen Welt. Ziel dieser Vereinigung ist es, ihren Kunden eine größere Vielfalt von Anwendungen für eine größtmögliche Anzahl von Geräteklassen zu ermöglichen. Entwickler sollen nur noch eine Version ihrer Anwendungen erstellen müssen. Diese soll dann auf mehreren Plattformen und Geräteklassen laufen. Letztendlich soll zusammen mit dem W3C ein einheitlicher Standard für Applikationen geschaffen werden, die auf allen Geräten laufen.

Klar ist, dass beide Initiativen gegen das geschlossene System von Apple gerichtet sind. Die Netzbetreiber haben anscheinend lange genug zugesehen wie Apple (und nun auch Google) an ihnen vorbei, aber unter Verwendung ihrer Netze den Endkunden Anwendungen verkauften. Nun versuchen sie, mit vereinten Kräften den Vorsprung von Apple und Co. aufzuholen. Ericsson hat auf der eigenen Website schon verkündet, die Initiative der Wholesale Applications Community mit der eigenen Plattform zu unterstützen. Sollten es die Netzbetreiber,  mit Hilfe der oben genannten Gerätehersteller und der eStore-Infrastruktur von Ericsson in naher Zukunft wirklich schaffen  eine gemeinsame Plattform für mobile Anwendungen aufzubauen wird man gespannt sein dürfen wie Apple hierauf reagiert. Werden sie dann ihr System öffnen? Jedenfalls werden beiden Initiativen dazu führen, dass der z.Z. sehr zersplitterte Markt der Application Stores eine Vereinheitlichung erfährt.

Vergleiche: businee.inquirer.net, Corrie Salientes-Narisma, ericsson.com, chip.de, unwiredview.com,golem.de

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (4 Bewertungen, Durchschnitt: 4.50 von 5)
Loading ... Loading ...

1 Kommentar »

  • Kommentar von Simon — 23. Februar 2010 @ 15:48

    1

    Wir hatten ja schon Mitte 2009 darüber spekuliert wer wohl den ersten offenen AppStore bauen würde. Die Frage für mich ist, ob Ericsson tatsächlich so offen ist wie beschrieben… dazu muss man sich das Ganze wohl mal im Detail ansehen.

    Ich rechne damit, daß auch weitere Device-Hersteller noch mt AppStores kommen werden und die Herausforderung wird dann sein, dieses Angebot zu vereinheitlichen. Prinzipiell halte ich die o.g. Wholesale Alliance schon für richtig – die große Frage ist für mich die nach der Innovations-Geschwindigkeit: Werden es die großen Telkos tatsächlich schaffen sich so schnell zu einigen daß Apps nur einmal produziert und auf X Endgeräten von Y Herstellern gleichermassen laufen ? Derzeit müssen die Entwickler einzelne Apps für jede Plattform portieren… diese Intelligenz in eine Plattform zu integrieren wäre natürlich toll, ich bin da aber noch etwas skeptisch…


RSS-Feed für Kommentare zu diesem Artikel. TrackBack-URL

Schreiben Sie einen Kommentar