How digitalization affects content production and distribution

How digitalization affects content production and distribution

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PART SIX | How digitalization affects content production and distribution

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Author: Simon Schoop, Managing Director of 4-advice Change & Innovation, folgen Sie 4-advice auf  Twitter  @4advicenet oder Simon Schoop @simscho

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In unserem alltäglichen Arbeitsprozess ist die Digitalisierung längst angekommen. Durch Digitalisierung wird Kommunikation und Informationsaustausch in Sekundenschnelle ermöglicht. Dies ist eine Revolution für die Produktion und Distribution von Inhalten, insbesondere von zeitkritischen, hochqualitativen Beiträgen wie News. Richard Majer, Leiter Neue Medien der Deutschen Welle, sprach mit uns über die Veränderungen durch die Digitalisierung in der Produktion und Distribution von Content. Welche Auswirkungen die digitale Welt auf den Medienbereich hat und welche neuen Chancen und Herausforderungen sich für Journalisten, Mitarbeiter und Konsumenten daraus ergeben, sind die zentralen Themen des sechsten Teiles der Digital Transformation Insider Reihe.

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Simon Schoop: Digitalisierung hat die Welt des Content längst stark verändert. Wo siehst du die größten Entwicklungen durch Digitalisierung bei der Deutschen Welle oder bzw. im Journalismus?

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Richard Majer: Ganz allgemein beobachten wir einen Trend zur mobilen Mediennutzung. Der Konsum und auch die Produktion von Nachrichten haben sich dadurch stark beschleunigt. Nutzer sind es gewöhnt, stets informiert zu sein und Updates zu erhalten, z.B. durch Push Notifications. Das übt gleichzeitig einen enormen Druck auf Medienproduzenten aus, schnelle, aber dennoch verlässliche Nachrichten zu melden – genau das ist auch die Erwartung der Nutzer unserer DW App.

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Außerdem hat sich durch die Digitalisierung und insbesondere durch Social Media der Rückkanal von Nutzern zu den Medienanbietern verändert und ebenfalls beschleunigt. So wird ein direkter Dialog mit den Nutzern nicht nur technisch möglich, dieser wird von den Nutzern auch erwartet. Und diese unmittelbare Rückmeldung wirkt sich wiederum auch auf die Content Produktion aus.

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Als dritte große Veränderung sehe ich den Wettbewerbsdruck durch die Digitalisierung, also der Zuwachs an Angeboten für die Konsumenten. Nachrichtenangebote konkurrieren mit immer mehr Nachrichtenangeboten. Im internationalen Umfeld konkurriert die Deutsche Welle schon längst nicht mehr nur mit BBC, Voice of America und CNN, sondern auch mit anderen staatlich finanzierten Anbietern aus Russland, China und dem Iran, gleichzeitig aber auch globalen Marken wie der New York Times oder dem Guardian. Dieser verstärkte Wettbewerb zwingt Unternehmen dazu, das Alleinstellungsmerkmal oder herausragende Eigenschaften zu erkennen und hervorzuheben.

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Wie hat Digitalisierung die Content-Erzeugung und Distribution verändert und welche Erwartungen hast du diesbezüglich für die Zukunft?

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Eine der größten Veränderungen stellen eindeutig die sozialen Medien dar. Sie ermöglichen einen ganz anderen Input als die konventionellen Quellen von Journalisten vor Ort oder von Agenturen. Viele Nachrichten tauchen inzwischen bei Twitter als erstes auf – nicht in Agenturmeldungen.

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Die Distribution erfolgt nicht mehr wie früher über einen Kanal, der gleiche Content wird über Apps, Webseiten, Newsletter, Twitter oder Facebook gestreut. Nutzer erwarten, den Content da zu finden, wo sie sind. Das sorgt nicht nur für Herausforderungen bei der Planung und Steuerung dieser Kanäle, sondern auch bei der Produktion: Die Informationen können nicht mehr rein individuell für bestimmte Medien und Ausgabekanäle zugeschnitten werden, sie müssen auf verschiedenen Kanälen gleichzeitig funktionieren, also bei uns beispielsweise in unseren linearen TV-Kanälen, in der DW App für mobile Geräte und in unserer Smart TV App, bei unseren Partnerwebsites auf der ganzen Welt oder bei YouTube. Für die Content-Erzeugung und -Distribution muss dies von Anfang an mit eingeplant werden.

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Was sind neue, durch Digitalisierung getriebene, künftige Erlösquellen für Content?

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Mit gutem Content kann man immer Geld verdienen, sowohl im Nachrichtenbereich als auch im Entertainment. Netflix und Spotify zeigen das gerade eindrucksvoll, auch im Nachrichtenbereich gibt es ja inzwischen einige erfolgreiche Beispiele.

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Allerdings müssen die Payment-Systeme so einfach wie möglich gestaltet sein und bei möglichst vielen Anbietern funktionieren. Möchte man Artikel und Informationen für einen Cent-Betrag verkaufen, so muss dies möglich sein, ohne extra einen Account anzulegen oder die Anmeldung nochmal zu bestätigen. Leser sind eher bereit, ein paar Cent für guten Content zu bezahlen, wenn das mit einem Klick erledigt ist und sie ungestört weiterlesen können. Und es wird spannend sein, zu sehen, ob Angebote wie „Blendle“, die Inhalte verschiedener Anbieter als Paid Content unter einem Dach anbieten, den Zugang so weit vereinfachen, dass die Nutzung und somit auch die Erlöse signifikant steigen.

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Wie ändern sich die Formen der Zusammenarbeit in der sogenannten „Network Economy“ und welche Auswirkungen hat dies auf den Content?

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Beispielsweise bieten heutzutage Journalisten ihre Tätigkeiten weltweit über Plattformen im Internet an. Auch wir bei der Deutschen Welle haben wir ein internationales Netzwerk an Journalisten, welches sich durch elektronische Medien viel einfacher als früher steuern lässt. Und: Leute können heute von zu Hause aus, aber auch mit mobilen Geräten Inhalte produzieren und direkt in die Redaktion schicken. Auch dadurch ergeben sich ganz andere Formen der Zusammenarbeit.

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Welche Herausforderungen ergeben sich aus deiner Sicht aus diesen neuen Formen der Zusammenarbeit?

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Für eine gute Zusammenarbeit ist der persönliche Kontakt weiterhin essentiell, das merken wir auch bei unseren technischen Projekten mit Entwicklungsteams, die über verschiedene Länder verteilt sind. Diesen kann digitale Kommunikation zwar sehr weit, aber eben nicht vollständig ersetzen. Sich persönlich zu kennen ist die Basis für eine erfolgreiche und funktionierende Zusammenarbeit –  gerade, wenn Probleme gelöst werden müssen.

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Wie kann man diese Herausforderung von digitaler Zusammenarbeit und dem fehlenden persönlichen Kontakt erfolgreich meistern ?

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Wir versuchen bei der Deutschen Welle beides zu realisieren. Wir bringen beispielsweise unsere eigenen Software-Entwickler mit anderen Entwicklern in persönlichen Kontakt. In diesem Bereich wird auch mit standardisierten Methoden und Tools gearbeitet, beispielsweise SCRUM oder JIRA. Diese Tools sind unter Entwicklern weltweit bekannt und helfen enorm dabei, die Zusammenarbeit zu erleichtern.

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Digitalisierung hat auch einen großen Einfluss auf die Kompetenzen der Mitarbeiter. Wie haben sich die benötigten Skills durch die Digitalisierung seit Ende der 90er bis heute durch das Internet bei der Deutschen Welle geändert ? Welche Kompetenzen werden mehr und welche weniger gebraucht ?

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Das ist je nach Bereich unterschiedlich. In unseren technischen Abteilungen, die bis in die Neunzigerjahren vor allem von Kurzwellenrundfunk, Fernsehausstrahlung und Studioproduktionen geprägt war, sitzen heute auch Softwareentwickler, die Apps mit agilen Methoden entwickeln.

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Gerade im Online-Bereich ist die Content-Produktion und -Distribution eng miteinander verknüpft. Daher ist es wichtig, dass wir für alle zentralen technischen Fragen die Kompetenz direkt im Haus haben. Unsere Mitarbeiter in den technischen Bereichen sind gleichzeitig darauf angewiesen, diese Vernetzung von Produktion und Distribution und die damit verbundenen redaktionellen Arbeitsprozesse zu verstehen, um ihren Job gut machen zu können.

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In der Medienproduktion und -redaktion sind ein technisches Grundverständnis und das Wissen über die technologischen Möglichkeiten inzwischen Voraussetzung. Das Internet ist ja keine große elektronische Zeitung, sondern gehorcht ganz anderen Regeln, die stark von den technischen Möglichkeiten und Entwicklungen geprägt sind. Damit sind die Erwartungen an das technische Verständnis von Journalisten enorm gewachsen.

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Welche Veränderungen ergeben sich aus der Digitalisierung für die Erzeugung von News ?

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Für die Content-Produktion ist die mobile Vernetzung eine enorme Einflussgröße. Heute ist ein Journalist fast jederzeit in der Lage, Dinge aufzuzeichnen, zu verarbeiten und – in den meisten Regionen zumindest – zu teilen. Ebenso können Nutzer jederzeit einfach Content erzeugen und distribuieren. So können in unserer neuen DW App uns Nutzer Videos schicken, die wir dann auch in unserem Studio live ausstrahlen können.

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Digitales Rauschen: Es gibt immer mehr digitalen Content, aber es wird immer schwieriger, für sich das Richtige herauszufiltern. Wie schafft man es, die Balance zwischen Quantität und Qualität zu finden ?

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Interessanterweise gibt es Apps wie „FAZ – Der Tag“ oder verschiedene Newsletter, die den Nutzern ein mehr oder wenig „abgeschlossenes“ Angebot versprechen, also mit einmaliger Nutzung up to date über alles Wichtige zu sein – ein bisschen wie die Tagesschau seit vielen Jahrzehnten. Die relevanten Tagesgeschehen von den weniger relevanten zu filtern und dem Nutzer anzubieten, also Orientierung zu bieten, ist eine Kernfunktion von Medien. Das gilt selbst oder vielleicht auch gerade in Zeiten, in denen viele Menschen das lesen, was ihre Freunde bei Facebook, Twitter und Co. teilen – was häufig auch schon viel mehr ist, als viele Menschen aufnehmen können oder wollen.
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Auf Facebook, Twitter und Co. verlässt man sich darauf, dass das, was die Freunde liken und sharen das ist, was momentan wichtig ist.

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Genau, hier handelt es sich um einen Peer-to-Peer-Filter, der vielen auch ausreicht, auch wenn es weniger um harte Informationen geht. Wenn ich aber den Anspruch habe, aktuelle, globale News zu lesen, sind Medienmarken wie die BBC oder auch die Deutsche Welle ein wichtiger Bezugspunkt. Wenn ich zum Beispiel die App oder die Website von solchen Marken aufrufe, dann bekomme ich hier ein aus einem ganz anderen Blickwinkel erstelltes, kuratiertes Angebot zum aktuellen Weltgeschehen. Ich denke, dass es hierfür immer einen Bedarf geben wird.

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Welche Skills sind heute für Beschäftigte oder zukünftige Mitarbeiter in der Medienwelt erforderlich ?

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Im Allgemeinen ist Affinität und Verständnis für Technik besonders in den Bereichen Online und Mobil ausschlaggebend, weil das die Produktion, aber auch die Nutzung der Medien prägt und in Zukunft noch viel mehr prägen wird. Auch die persönliche Erfahrung und das „sich zu Hause fühlen“ in diesen Bereichen hilft enorm. Aber darüber hinaus sind ganz klassische Skills zum sozialen Umgang miteinander oder Zuverlässigkeit sehr wichtig. Das wird durch Digitalisierung nicht unwichtiger, im Gegenteil. Von daher kann man sagen, dass sich die Anforderungen und Skills gar nicht so grundlegend geändert haben.

 

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Richard, vielen herzlichen Dank für das interessante Gespräch !

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Weiterführende Links

Richard Majer:

LinkedIn Profil | de.linkedin.com/in/richardmajer
Deutsche Welle | www.dw.com
DW-App für alle Betriebssysteme | Infos und Download

 

Simon Schoop:
Weitere Veröffentlichungen von Simon Schoop |  4-advice.net
Digital Transformation Insider
|  4-advice.net

Folgen Sie Simon Schoop auf Twitter | @simscho and @4advicenet

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