4-advice review 2016 & outlook for 2017: change, innovation & digitalization

4-advice review 2016 & outlook for 2017: change, innovation & digitalization

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PART ELEVEN | Change & Innovation Review 2016 und Ausblick 2017

Author: Simon Schoop, Managing Director of 4-advice │ Change & Innovation, folgen Sie 4-advice auf  Twitter  @4advicenet oder Simon Schoop @simscho

2016-2017@4-advice

In der ruhigen Zeit zu Jahresbeginn, bevor die Projekte wieder durchstarten, schauen wir gerne einmal mit einer guten Tasse Tee und etwas Ruhe zurück auf das letzte Jahr und voraus in die Glaskugel der nächsten 12 Monate. Diese Tradition setzen wir auch in 2017 fort und veröffentlichen diese Reflektion auch hier in unserem Digital Transformation Insider Blog.

 

Neben den ganzen Katastrophen gibt es auch einiges Erfreuliches zu berichten und spannende Aussichten auf 2017. Die Digitalisierung-Sonne kommt für uns definitiv noch weiter hinter den Bergen der Widerstände hervor. Sie ist nicht aufzuhalten und wird weiter und stärker scheinen – gerade in Zeiten der Klimaerwärmung 🙂

2016 – der Terrorismus steht im Vordergrund und lässt so manche Business Schlagzeilen stark verblassen

Es waren so viele Städte, in den Terrorattacken auf die Freiheit stattfanden, dass man sie hier kaum noch aufzählen kann. Istanbul, Nizza, Berlin – you name it. Es ist sehr traurig und bezeichnend, dass dies unser Leben in freiheitlichen Gesellschaften so stark überschattet. Da kann man nicht wirklich “Business as Usual” betreiben, denn emotional beschäftigen uns diese Themen natürlich auch. Aber was kann man tun? Ich denke, die selbsternannte “erste Welt” könnte und müsste deutlich mehr tun, um Ursachen für Migration in den Herkunftsländern der Flüchtlingen aus der Welt zu schaffen. Wenn Menschen perspektivlos in Ihrer Heimat sind, dann flüchten sie eben. Egal ob aus wirtschaftlichen Gründen oder wegen direkter Bedrohung von Leib und Leben. Nur daran zu arbeiten, wie wir die Flüchtlingen in unsere Gesellschaft integrieren, reicht eben leider nicht aus und arbeitet nur an den Symptomen von Migration, stellt aber die Ursachen nicht ab. Und deshalb ist es langfristig leider unsere Pflicht etwas von unserem Reichtum abzugeben, um den Menschen in Krisenregionen Perspektiven in deren Heimat zu geben, und die dortige Entwicklung nachhaltig voranzubringen. Ausserdem gehe ich davon aus, dass die Kosten für eine Ursachenbekämpfung vor Ort geringer sind als die Symptombearbeitung bei uns vor Ort. Mit 18 Milliarden Euro könnte Deutschland sehr viel in Syrien tun. Aber die Grundvoraussetzung dafür, dass dies geht, ist natürlich dass die erste Welt keine Stellvertreterkriege vor Ort führt und Nationen wie die USA oder Russland sich mit anderen Industrienationen einig sind, wie man Konflikten vor Ort gemeinsam begegnen will. Und das gilt natürlich auch für die Antworten auf den Terrorismus in unseren Heimatländern. Ohne eine wirksame internationale Zusammenarbeit bei der Terrorismusabwehr wird es nicht gehen. Aber das ist nur meine persönliche Meinung, und wir wollen hier ja auch nicht zu politisch werden – und über Dinge wie sehr rückwärtsgewandt Phänomene wie den Brexit oder Wahlergebnisse schreibe ich hier jetzt lieber nichts…

Rückblick 2016 – Digitalisierung auf dem Vormarsch, auch bei uns

Um Digitalisierung kümmern wir uns ja schon seit mehr als 10 Jahren. Aber ich hatte schon das Gefühl, dass das Thema allerspätestens in 2016 so richtig Fahrt aufgenommen hat. Das bestätigt ja auch der alljährliche Gartner Hype Cycle.

Gartner Hype Cycle

Bildquelle: Gartner, 2016

Es gibt viele Websites da draussen, die den Blick in Ihre Glaskugel mit der Welt teilen. So gibt beispielsweise Quantumrun Einblicke in deren Vorhersagen zu Technology Breakthroughs in den nächsten Jahren. Mit einem Slider kann man dort deren Vorhersagen zu großen technologischen Durchbrüchen anschauen. Seine eigene Meinung dazu, muss man sich meines Erachtens aber immer noch selber bilden – denn wir alle erinnern ja den Spruch von Winston Churchill nach dem Motto “glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast”.

TechCrunch geht davon aus, dass einige Trends, die wir schon in 2016 gesehen haben, in 2017 weiter an Fahrt aufnehmen.

This past year was a big one for internet attacks, encryption, blackouts, speed and IoT, and 2017 is positioned to bring even more headlines for each of these.

John Graham-Cumming/ Techcrunch

TechCrunch sieht einige Entwicklungen für 2017 in Sachen Information Security/ Networks:

 

  • 1Tbps DDoS attacks will become the baseline for “massive attacks”
  • The internet will get faster yet again as protocols like QUIC become more prevalent
  • IPv6 will become the de facto for mobile networks and IPv4-only fixed networks will be looked upon as off
  • A SHA-1 collision will be announced
  • Layer 7 attacks will rise but Layer 6 won’t be far behind
  • Mobile traffic will account for 60 percent of all internet traffic by the end of the year
  • The security of DNS will be taken seriously

In einem Artikel über die CES 2017 geht TechCrunch zudem auf einige erwartete Entwicklungen ein:

  • Connected Home
  • Connected Car/ Automotive
  • VR/ AR
  • Drones & Robots
  • Wearables

… und einige andere mehr.

Was war und wird – 2016 und 2017

Eine große Veränderung für mich war die Aufnahme meiner Lehrtätigkeit an der Hochschule Fresenius in Köln. Die Zusammenarbeit mit Professor Richard Geibel gestaltet sich dabei sehr pragmatisch und so, wie sie besser nicht sein könnte. Wir bieten unseren Master Studenten im Studiengang Digital Management in meinen beiden Lehraufträgen “Digital Innovation” und “Digital Transformation” sehr praxisnahe Inhalte und Didaktik, um die Studierenden fit für ein Leben als Manager im digitalen Zeitalter zu machen.

Und mir hilft es ungemein, mich auch mal zu zwingen, Gelerntes aus der Berufspraxis mit Wissenschaft zu verknüpfen, zu abstrahieren und dadurch natürlich auch selbst wiederum viel dazu zu lernen. Erfolgsmuster besser zu erkennen und zu visualisieren wird auch sicher unseren aktuellen und künftigen Klienten zugutekommen. Aus wirtschaftlichen Erwägungen heraus sollte man in Deutschland sicher nicht in die Lehre gehen, aber sowohl der Spaßfaktor der Interaktion mit den Digital Natives als auch das eigene Lernen durch Aggregation und (Re-)Kombination sind für mich auch in Zukunft Anreiz genug, meine Lehraufträge wahrzunehmen. Ich freue mich schon auf die kommenden Semester mit einer neuen Kohorte von Studenten.

Ein weiteres Highlight war für mich definitiv auch das Thema e-Learning bzw. Blended Learning. Im e-Learning Umfeld mussten wir Lehrgeld bezahlen und erfahren, dass sich reine Online-Trainings nicht einfach vermarkten lassen und zum Umsatzschlager mausern. Da muss man dann auch mal hinterfragen ob Inhalt, Format oder Vermarktungsplattform richtig waren und inwieweit man Änderungen daran vornimmt oder aus dem Geschäft ganz aussteigt, bevor man zuviel Geld und vor allem ZEIT damit verbraten hat. Im Blended Learning sehe ich allerdings große Chancen. Der Erfolg von Blended Learnings für unsere Kunden war sehr groß. Durch die smarte Kombination von Online- und Classroom-Elementen sowie digitaler Interaktion haben wir nicht nur mehr Umsätze in diesem Marktsegment erzielen können, sondern auch den Lernenden und somit unseren Kunden die bestmöglichen Erfolge bescheren können. Es ist doch schön zu sehen, wenn Kursteilnehmer das Ganze nicht mit dem Erhalt des Zertifikats ad acta legen, sondern es wirklich in die Praxis umsetzen.

Zudem hat für uns in 2016 das Thema Information Security eine große Rolle gespielt. Dadurch, dass wir bei einem DAX-Konzern den Kulturwandel hin zu einer sicherheitsbewussten Unternehmenskultur begleiten, haben sich auch für uns neue Perspektiven eröffnet. Einerseits können wir Services wie die Schutzbedarfsbestimmung, neudeutsch Information Classification, natürlich auch anderen Kunden vom SMB bis zum Konzern anbieten. Weitere Informationen hierzu haben wir auf secureinnovation.de zusammengefasst. Andererseits bestärkt uns das Thema Kulturwandel darin, unser Innovationsbarometer weiter zu entwickeln und anzuwenden, weil wir wieder einmal erfahren konnten, wie immens wichtig die Unternehmenskultur für die Agilität einer Organisation ist. Im digitalen Zeitalter trifft dies natürlich nicht nur auf den Umgang mit gestiegenen und neuen Sicherheitsanforderungen zu, sondern auch auf alle anderen Bereich wie z.B. verkürzte Produktlebenszyklen in der Produktentwicklung oder Reaktion auf Social Media Shitstorms im Kundenservice, um nur zwei Beispiele von vielen zu nennen. Wir werden weiter daran arbeiten, unsere Kunden fit für das Zeitalter der Digitalisierung zu machen und ihnen zu helfen, Digitalisierung als Chance zu nutzen, statt sie als Bedrohung zu erfahren.

Bob Goldman, World Chairman der International Medical Commission hat  einige Vorhersagen publiziert, die durchaus spannend zu lesen sind – einige stichpunktartige Auszüge hieraus:

  • Software wird in den nächsten 5-10 Jahren die meisten traditionellen Industrien stark verändern (Beispiele Uber und AirBnB)
  • KünstlicheIntelligence: 10 Jahre früher als erwartet sind Computer bereits in der Lage den besten menschlichen Go Player der Welt zu schlagen. Goldman schreibt, dass  junge Anwälte in den USA derzeit teilweise keine oder nur schwer Jobs bekommen, dank IBM´s Watson Super Computer – er rechnet mit 90% weniger Rechtsanwälten in der Zukunft und einem Verbleib nur von sehr spezialisierten Rechtsanwälten. Er rechnet damit, dass im Jahr  2030 Computer intelligenter als Menschen sein werden
  • Autonomes Fahren wird seiner Vorhersage nach die Wahrscheinlichkeit von Unfällen stark senken und somit u.a. die Versicherungsindustrie stark treffen.
  • Virtuelle Arbeitsformen werden es ermöglichen, weiter von Städten entfernt zu wohnen und somit Immobilienpreise beeinflussen
  • Solarenergie wird Kohle bis 2025 verdrängen
  • Krankheitsdiagnostik wird sich verbessern (schon heute kann mit IBM´s Watson eine viermal so akkurate Krebsdiagnose gestellt werden wie vom Menschen) – er nennt hier den “Tricorder”, der über Retina Scans, Blut- und Atemproben 54 Biomarker analysiert und somit angeblich fast alle Krankheiten erkennen können wird, was den Zugang zu Medizin für viel mehr Menschen erschwinglich machen sollte

 

Äußerem erwähnt er weitere Beispiele wie 3D Printing und Scanning, Agrikultur-Roboter, Lügenerkennung durch Apps, Bitcoin, verlängerte menschliche Lebenserwartung und Bildung über das Smartphone.

 

Alles interessante Thesen, wie ich finde. Aber eben auch alles Glaskugel. Es gibt so viele Glaskugeln da draussen, wem kann man da noch glauben? Dem eigenen Bauchgefühl?

Und was sagt die 4-advice Glaskugel für 2017 voraus? 

Wir haben natürlich auch eine Glaskugel. Wenn wir sie anwenden versuchen wir aber Trendforschung mit methodischer Kompetenz wie z.B. der Anwendung von Szenariotechnik zu kombinieren und auch durch Cross-Checks Annahmen zu validieren. Das finden wir wirklich wichtig.

 

 

Aber einige Dinge sind bei uns auch schon sicher: Wir werden einige Projekte fortführen, die uns schon in 2016 begleitet haben. Dazu gehört unsere Produktentwicklung im Bereich Connected Car/ Machine to Machine genauso wie unser Engagement für eine sicherheitsaffine Unternehmenskultur. Ausserdem werden wir mit Sicherheit auch die beiden Felder Blended Learning und unsere Online-Services über PPTMaker weiter voranbringen. Hier ist es Zeit, richtig zu skalieren, nachdem wir in den letzten 18 Monaten die nachhaltigen Voraussetzungen dafür geschaffen haben – mit gut 20 Mitarbeitern sind wir hier inzwischen gut aufgestellt und können auch kapazitativ mit den Anforderungen großer Unternehmen skalieren. Und genau das ist der Plan.

Zudem werden wir auch unseren Innovation Think Tank zum Thema Sustainable Innovation weiterentwickeln, mit dem wir in Kooperation mit der Hochschule Fresenius in 2016 gestartet sind.

 

Ich wünsche allen Lesern ein gutes Jahr 2017! In diesem Sinne – bis bald.

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